2. Ernährung

Dieses Kapitel folgt in Teilen, einer Veröffentlichung aus dem Jahr 1999; Autorin Dr. Carolin Dennert. Es ist eine vereinfachte und ergänzte Wiedergabe der wichtigsten Teile.

Allgemeines:
Griechische Landschildkröten sind wie alle Reptilien wechselwarme Tiere, die keine Eigenwärme erzeugen können und daher Wärme von aussen benötigen. Die Verdauung beginnt bei ca. 12 °C und erreicht ein Maximum bei 34 °C Körpertemperatur. Nach unseren Beobachtungen haben die Schildkröten an Tagen mit hoher Luftfeuchtigkeit um ca. 25 °C ihre Hauptaktivitäten. Im Sommer sind sie zum Teil bereits um 6 Uhr und abends ab 20 Uhr am Fressen. Während Sie ab 10 Uhr nach außen beobachtend unter Buschpflanzen etwas eingegraben liegen. Nach kalten Nächten richten sie sich axial mit dem Rückenpanzer genau zur Sonne in Schräglage an der Mauer aus und lassen sich in windgeschützten Bereichen aufheizen.

Verdauungsablauf:
Die Nahrung wird über den Schnabel, der Hornschilde besitzt aufgenommen. Dabei wird die Nahrung oftmals mit einem Fuß gehalten und abgebissen oder abgerissen. Die Teile werden dann verschlungen.

Die Nahrung wandert in den Magen und wird dort mit Salzsäure und Pesin gelöst. Im anschließenden Dünndarm geschieht die enzymatische Verdauung um anschließend im Dickarm mit dem mirobiellem Abbau und Verarbeitung der pflanzlichen Fasern zu beginnen. Dieser Verdauungstrakt endet im Dickdarm mit der Entwässerung und der Ausscheidung.

Die Dauer der Verdauung hängt von der Körpertemperatur der Landschildkröte ab. Sie beträgt bei mittleren 28 °C Körpertemperatur etwa 8 Tage. Bei niedrigeren Temperaturen und mit hohem Faseranteil in der Nahrung verlängert sich die Verdauungszeit.

Fehlernährung:
Das Hauptproblem bei der Ernährung von Landschildkröten ist ein ausgewogenes Verhältnis aus Mineralstoffe wie Kalzium und Posphor, Eiweiss- und Rohfasergehalten zu erhalten. Eine falsche Ernährung führt oft zu Skeletterkrankungen, Stoffwechsel- und Verdaungsstörungen bis hin zu Nierenschädigungen.